Basketballgemeinschaft Kamp-Lintfort 1954 e.V.
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Wie schon im Oktober setzt sich die BGL sensationell erneut gegen Citybasket Recklinghausen durch. Ein enorm starkes erstes Viertel legt den Grundstein zum zweiten Saisonerfolg. Die Gäste zeigen erst im Schlussabschnitt ihre Klasse - und drehen die Partie beinahe noch.

Am Ende stand die Glückauf-Halle Kopf. Soeben waren zwei seltene Ereignisse eingetreten. Zum einen hatte die gastgebende BG Lintfort gerade den sensationellen 73:72(47:29)-Erfolg über Citybasket Recklinghausen unter Dach und Fach gebracht, zum anderen hatte Center Janosch Feige diesen Erfolg zwei Sekunden vor dem Ende mit zwei verwandelten Freiwürfen gesichert. Selten war letzteres Ereignis vor allem daher, dass Feige nicht als der beste Freiwurfschütze im Team von Tobias Liebke gilt.

Dennoch: Feige hatte die Nerven behalten und die BGL damit ultimativ in Front gebracht. Der letzte Versuch der Gäste im folgenden Angriff tippte zwar auf dem Ring herum, fiel zur Freude der knapp 200 Zuschauer aber nicht durchs Netz - die BGL durfte ihren zweiten Saisonsieg feiern. Dieser fiel unter dem Strich auch verdient aus, denn die Gäste waren bis zur 30. Minute ihre eigentlich spielerische und körperliche Überlegenheit schuldig geblieben.

Vor allem zu Beginn merkte man den Spielern aus dem Ruhrgebiet nicht an, dass sie aus dem Hinspiel noch eine Rechnung zu begleichen hatten. Das Angriffsspiel wirkte pomadig, die BGL war das wachere Team. Und sie zeigte sich vorne enorm treffsicher. Allein Paul Krüger sorgte mit fünf verwandelten Dreipunktwürfen im ersten Viertel dafür, dass sich die Klosterstädter schnell absetzen konnten. Nach fünf Minuten führte die BGL mit 19:9, auch das war für Recklinghausen kein Weckruf. Entsprechend relativ leichtes Spiel hatten die Lintforter, ihren Vorsprung bis zum Ende des ersten Viertels sogar noch auszubauen (33:20).

Auch im zweiten Abschnitt gaben die Hausherren weiter den Ton an. Und das, obwohl Tobias Liebke vor dem Spiel mehrere Hiobsbotschaften zu verkraften hatte. Aufbauspieler Oskar Mellmann hatte sich im Abschlusstraining einen Finger gebrochen, Patrick Wittich musste mit Rückenproblemen passen. Zudem fehlte Michael Schmak mit einer in der Partie in Ibbenbüren erlittenen Knöchelverletzung. So kam es am Samstag sogar zum Comeback von Maximilian Lipp, der den BGL-Kader zumindest auf neun Spieler aufstockte.

Diese machten ihre Sache aber weiter hervorragend. Angeführt vom überragenden Jungspund Lennard Schild, den die Gäste zu keinem Zeitpunkt wirklich unter Kontrolle bekamen, spielten sich die Gastgeber in einen Rausch. Die Abwehrreihen standen sicher, vorne wurde der Ball gut laufen gelassen, immer wieder konnte die BGL erfolgreich abschließen. Die Folge: Bis zur Halbzeitpause wuchs der Vorsprung auf 18 Punkte an.

Für Tobias Liebke dennoch kein Grund, euphorisch zu sein. Er hatte schon in der Kabine die Vorahnung, dass es am Ende auf einen letzten Ballbesitz hinauslaufen würde. „Dafür hat Recklinghausen einfach zu viel Qualität im Kader, als dass wir diesen Vorsprung sicher nach Hause hätten spielen können“, sagte der BGL-Coach nach der Partie. Und es kam so, wie er vermutete. Zur zweiten Halbzeit stand auf Gäste-Seite dann erstmals der grippegeschwächte Kapitän Christoph Bruns auf dem Feld und übernahm gemeinsam mit US-Boy Chris Longoria Verantwortung. Quasi zu zweit führten sie ihr Team Punkt um Punkt wieder an die BGL heran. Aus einem 52:39(25. Minute) wurde ein 56:47(30. Minute.) Vier Minuten vor dem Ende waren die Gäste beim Stand von 71:66 dann endgültig wieder in Schlagdistanz.

Zu diesem Zeitpunkt lief die BGL bereits auf dem Zahnfleisch - und die Gäste witterten ihre Chance. Nun ging es hin und her, beide Teams konnten zunächst punkten. 20 Sekunden vor dem Ende eroberten die Ruhrgebietler dann einen leichtfertig hergeschenkten Einwurf der BGL, der Brite Turner besorgte zwei Sekunden vor der Schlusssirene die erste Führung für die Gäste.

Doch die BGL kämpfte. Schild zog zum Korb, verlegte. Janosch Feige sicherte sich den Rebound und wurde beim Abschluss gefoult. Der Rest ist bekannt. Am Ende stand für die BGL ein knapper, aber dennoch völlig verdiente 73:72-Erfolg auf der Habenseite.

„Solche Spiele wie heute machen mich einfach stolz. Und es zeigt, dass das, was wir nach jeder Niederlage immer wieder sagen - nämlich, dass wir einfach weitermachen und schauen, was am Ende dabei herausspringt - keine leeren Phrasen sind. Lennard hat seine Sache heute überragend gemacht, Paul Krüger hat uns in der ersten Halbzeit getragen. Und am Ende war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, die den Sieg gebracht hat. Wir werden nun aber nicht hochnäsig nach Dortmund fahren und glauben, dort den nächsten Zweier einzufahren. Dafür sind wir immer noch zu realistisch“, gab Liebke hinterher zu Protokoll.

Punkte: Krüger (18), Schild (17), Till und Thomas Achtermeier (beide 12), Feige (6), Töps (4), Ebiballari, Lipp (beide 2)

 

Damen gewinnen - Damen verlieren

Das ist angesichts der Partie aber auch keine Überraschung. Denn die Begegnung des Bezirksliga-Wochenendes lautete BG Lintfort 1 gegen BG Lintfort 2. Im vereinsinternen Duell konnte sich die Damen 1 erwartungsgemäß mit 86:43(40:18) durchsetzen. Das faire Spiel nutzten beide Teams, um allen Spielerinnen Einsatzzeiten zu geben und neue Taktiken zu üben. "Damit konnten wir uns gut auf die kommenden Spiele in der Aufstiegsrunde vorbereiten und Laufwege einzuüben", fasst Damen1-Trainerin Birgit Lötters das Aufeinandertreffen zusammen. "Jetzt gilt es im letzten Spiel gegen Hüls da weiter zu machen und die neu einstudierte Mannverteidigung weiter zu verfeinern."

Es spielten für die BGL 1: Kampmann (20), Jelic, van den Berg, Schulte-Tickmann (alle 12), Fiedler (10), Hähnel (9), Schamberg-Wönnmann (6), Kortwig (5) Tayeboun

Für die BGL 2 standen auf dem Feld: Wanji (10), Niebling (8), Goedecke, Mattheis, Hillen (alle 6), Schneiders (5), Karatay (2) Heinsch